Amortisation

Hierunter wird die planmäßige Tilgung einer Verbindlichkeit bzw. Abschreibung verstanden. Im Falle des Vollamortisations-Leasing-Vertrages werden sowohl Anschaffungswert und sonstige Kosten, einschließlich Finanzierungskosten des Leasing-Gebers, durch die Zahlungen des Leasing-Nehmers bezahlt. Wird während der Laufzeit des Leasing-Vertrages nur teilweise Amortisation erreicht, spricht man von einem Teilamortisations-Leasing-Vertrag. Der Leasing-Geber erreicht bei solchen Verträgen eine Vollamortisation mittels Ausübung seines Andienungsrechts gegenüber dem Leasing-Nehmer. Dem gleichen Ziel entspricht die Vereinbarung einer Vertragsverlängerung oder der Kauf des Objektes durch den Leasing-Nehmer bzw. die Verwertung des Objektes an Dritte. Liegt ein kündbarer Leasing-Vertrag vor, so hat der Leasing-Nehmer im Kündigungsfalle während der kalkulatorischen Laufzeit eine Abschlusszahlung zu leisten. Hierdurch erzielt der Leasing-Geber die Vorgesehene, kalkulierte Vollamortisation. Das Recht auf volle Amortisation bejaht der BGH mit Urteil vom 12. Juni 1985.


Andienungsrecht
Bei der Teilamortisations-Verträgen (Mobilien-Erlass vom 22.12.1975) vereinnahmt der Leasing-Geber über die Leasing-Raten nur ein Teil der gesamten Anschaffungskosten des Leasing-Objektes. Der Leasing-Geber hat daher zum Ablauf des Leasing-Vertrages das Recht, dem Leasing-Nehmer das Objekt zu dem noch nicht amortisierten Restwert – wie im Leasing-Vertrag vereinbart – „anzudienen“. In diesem Fall ist der Leasing-Nehmer zum Kauf verpflichtet, ohne dass er ein verbrieftes Recht hat, den Gegenstand zu erwerben. Der Leasing-Geber hat somit das Recht, das Leasing-Objekt an den Leasing-Nehmer wie auch anderweitig zu verwerten.


Asset-Backed-Securities (ABS)

ABS kann als ein Substitut für den klassischen Kredit angesehen werden. In den USA seit vielen Jahren praktiziert, steht die Unternehmensfinanzierung über Asset-Backed-Securities in Europa noch am Anfang. Markant hierbei ist, dass die traditionell über Banken an internationalen Kreditnehmer vergebenen Buchkredite, durch Kreditforderungen ersetzen werden, welche mit handelbaren Wertpapieren unterlegt sind. Die Verlagerung der Geldmittelaufnahme zu Lasten der klassischen Bankkredite und zugunsten der anonymen Geld- und Kapitalmärkte wird als „Securitization“ bezeichnet. Zur Besicherung der wertpapierunterlegten Kredite wurden Finanzinstrumente, die als mit Finanzaktiva (Asset) besicherte (Backed) Wertpapiere (Securities) bezeichnet werden, konstruiert. Demnach eine Finanzierungsform, die eine sehr gute Bonität der Kreditnehmer mit hohem Volumen erfordert.


Annuität

Leasingraten werden durch die Leasinggesellschaften fast immer annuitätisch kalkuliert, das heißt bei festen monatlichen Ratenzahlungen ist der Zinsanteil anfangs sehr hoch und der Tilgungsanteil sehr niedrig. Ab Mitte der Laufzeit ändert sich dieses Verhältnis und der Tilgungsanteil steigt in Relation zum Zinsanteil jeden Monat ? bis zum Ende der Laufzeit. Das ist ein wesentlicher Grund für erhebliche Buchwert/Marktwertdifferenzen bei vorzeitigen Vertragsbeendigungen vor der Hälfte einer Laufzeit.


Auflösung (vorzeitig) von Leasingverträgen

Nicht selten müssen Leasingobjekte durch starke Beanspruchung (z. B. hohe nichtkalkulierte Laufleistungen) oder Verunfallung vorzeitig aufgelöst werden. Diese verfrühte Beendigung eines Training Teilnehmerunterlage 20 Leasingvertrages ist jedoch eigentlich grundsätzlich ausgeschlossen, das ist auch im Leasingerlass festgelegt. Für Ausnahmen müssen triftige Gründe vorliegen, die einen wirtschaftlichen Einsatz des Leasingobjektes nicht mehr zulassen. In der Praxis wird jeder Leasinggeber bei Kenntnis dieser Gründe einer vorzeitigen Auflösung zustimmen. Damit jedoch die steuerliche Anerkennung von bereits gezahlten Leasingraten nicht nachträglich verloren geht, müssen die triftigen Gründe für die vorzeitige Auflösung des Leasingvertrages gegenüber dem Finanzamt nachweisbar sein. Hier genügt es regelmäßig, diese Gründe faktisch entsprechend zu dokumentieren


Barwert (Diskontieren)

Hiermit wird der Gegenwartswert zukünftig fälliger Zahlungen bezeichnet. Durch anerkannte Abzinsungsmethoden- die Höhe des angewendeten Zinssatzes hängt vom Einzelfall und der Kapitalmarktlage ab- kann der Barwert nachweisbar ermittelt werden. Die Diskontierung macht Zahlungsströme mit unterschiedlichen Laufzeiten, Zahlungsbeträgen und Zahlungsterminen vergleichbar.


Betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes ist identisch mit dessen Abschreibungszeit.


Betriebsvorrichtungen

Als solche gelten nach der Rechtsprechung Gebäudebestandteile in einem Gewerbebetrieb, die einen vom Gebäude getrennten Zweck dienen. Sie können steuerrechtlich wie bewegliche Wirtschaftsgüter geleast werden. Betriebsvorrichtungen sind z.B. Lade- und Fördervorrichtungen, Alarmanlagen, Lastenaufzüge, Tresore, Ladeneinrichtungen, Klima- und Sprinkleranlagen, manche Einbaumöbel sowie Hochregallager und Traglufthallen aber auch Rollbahnen und Spargelfelder. Naturgemäß ist bei Betriebsvorrichtungen das Objektrisiko (Objektprüfung) nicht unerheblich. Damit stellt sich die Anforderung an eine gute Kundenbonität besonders nachhaltig.


Bilanzneutralität

Steuerrechtlich einwandfrei, d.h. entsprechend den Leasing-Erlassen gestaltete Leasing-Verträge mit dem Recht der Aktivierung bei Leasing-Geber, sind grundsätzlich bilanzneutral und erscheinen somit nicht in der Bilanz des Leasing-Nehmers. Dieser hat lediglich die Leasing-Aufwendungen in seiner Gewinn- und Verlustrechnung als Betriebsausgaben zu buchen. Bilanzneutral also beim Leasing- Nehmer. Der Leasing-Geber dagegen hat die Leasing-Gegenstände als Anlage- bzw. Leasing- Vermögen zu aktivieren und schreibt sie gemäß den gewählten AfA- Bedingungen ab.


Cash flow

Der nachhaltige Cash flow, also die Summe aus Gewinn vor Steuern, Abschreibungen sowie Zuweisungen zu den Pensions- und ähnlichen Rückstellungen, wird als Gradmesser für die Leistungs- und Zahlungsfähigkeit der Leasing-Nehmer herangezogen. Hinzugerechnet wird häufig auch der konservativ aus der Leasing-Investition erwartete Zusatz- bzw. Rationalisierungs-Ertrag. Die Summe aus dem Cash flow und diesen Erträgen sollte mindestens doppelt so hoch sein wie die jährliche Mehrbelastung durch die vorgesehene Leasing-Investition.


Cross-Border-Leasing

Grenzüberschreitendes Leasing, bei dem sich Leasing-Gesellschaft und Leasing-Nehmer - und ggf. auch der Lieferant - in verschiedenen Ländern befinden. Eine bisher vorzugsweise eingesetzte Leasingvariante bei Großgeschäften. Allerdings nimmt das Cross-Border-Leasing durch das Zusammenwachsen der europäischen Märkte auch im niedrigvolumigen Geschäft (Werkzeugmaschinen, Industrieanlagen u.a.) deutlich zu.


Dauer des Restwert-Leasingvertrages

Bei einem Restwert-Leasingvertrag mit ausgewiesenem Restwert richtet sich die Dauer regelmäßig nach den Vorschriften des Teilamortisationserlasses von 1975. Danach darf die Grundmietzeit (Leasingvertragsdauer in Monaten) nicht über 90 % und nicht unter 40% der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (vgl. AFA) liegen. Bei einem Kfz mit einer AFA von 72 Monaten bedeutet dies, dass ein Restwertvertrag, wenn er erlasskonform sein soll, nur zwischen 29 und 65 Monaten abgeschlossen werden darf.


Degressive Leasing-Zahlung

Meist findet sich ein höherer Wertverzehr in der Startphase der Investition statt. Dieser Tatsache tragen degressive Leasing-Verträge durch Staffelung mit einer oder mehreren Degressionsstufen Rechnung. Die Gesamtkosten degressiv gestalteter Leasing-Verträge sind optisch niedriger; die Leasing-Gesellschaft setzt degressive Zahlungsverläufe ein, um die aus Kunden-, Objekt- und/oder Lieferanten-Bonität herrührenden Risiken entgegenzuwirken.


Doppelstock-Modell

Das Prinzip des Doppelstock-Modells ist die Aufspaltung des Leasing-Unternehmens in zwei selbständige Gesellschaften, d.h. in eine Betriebs- und Besitzgesellschaft. Die Vorteile des Doppelstock-Modells liegen u.a. darin, wertmäßig kleinere Leasing-Verträge zu einem größeren Vertragspaket zu bündeln, woraufhin eine Finanzierung über Forfaitierung mit all ihren Vorteilen erfolgen kann.


Eintritt in die Bestellung

In vielen Fällen bestellt der potentielle Leasing-Nehmer schon frühzeitig die von ihm ausgesuchten Objekte selbst bei seinem Lieferanten, wobei im PKW-Bereich durchaus Lieferantenwechsel üblich sind, wenn die Leasing-Gesellschaft über günstigere Einkaufsverbindungen verfügt. Meist tritt jedoch der Leasing-Geber mit allen Rechten und Pflichten in die Bestellung des Leasing-Nehmers ein, wobei der Leasing-Geber seine Position gemäß des geschlossenen Leasing-Vertrags berücksichtigt.


Erlasse

Die sogenannten „Leasing-Erlasse“ wie Mobilien-Leasing-Erlass vom 19.04.1971, Immobilien-Leasing-Erlass vom 21.03.1972, Teilamortisations-Mobilien-Erlass vom 22.12.1975, Teilamortisations-Immobilien-Erlass vom 23.12.1991
regeln die Zurechnung des wirtschaftlichen Eigentums von Leasing-Objekten beim Leasing-Geber bzw. Leasing-Nehmer. Die Leasing-Erlasse bilden damit die steuerrechtliche Grundlage für das Leasing-Geschäft in Deutschland. Die Einhaltung dieser Richtlinien führt grundsätzlich zur steuerlichen Anerkennung der gewünschten wirtschaftlichen Eigentümereigenschaft, vornehmlich beim Leasing-Geber. Der Mobilien-Erlass v. 19.04.1971 (Finanzierungsleasing im engeren Sinn) enthält auch die Voraussetzungen für die Eigentümerposition (wirtschaftliches Eigentum nach AO § 39) des Leasing-Nehmers (branchensprachlich Mietkauf).


Ersatzwagen-Service

Manche Leasing- und Fuhrpark-Management-Gesellschaften stellen den Fuhrparkbesitzern bei Reparaturen der Firmenfahrzeuge gegen einen geringen Betrag einen Ersatzwagen zur Verfügung. Die Service-Card der Gesellschaften ermöglicht es den Fahrern, sofern dies vereinbart wurde, bargeldlos und bundesweit einen Ersatzwagen zu mieten. Anfallende Kosten rechnen die Vermieter bzw. Werkstätten dann direkt mit der Leasing- oder Fuhrpark-Management-Gesellschaft ab.