Immaterielle Wirtschaftsgüter
Güter
wie z.B. Firmenwert, Lizenzen, Patente und Individual-Software können nicht durch klassische Leasing-Verträge finanziert werden. Hier sind Kaufverträge, ggf. mit Bankfinanzierung, zu empfehlen. Bei Individual-Software für EDV-Anlagen uns sonstigen computergesteuerten Maschinen stehen leasingvertragsähnliche Nutzungsüberlassungs-Verträge zur Verfügung, die im Hinblick auf die nicht gegebenen Drittverwendung der immateriellen Wirtschaftsgüter bonitätsmäßig wie Blanko-Kredite beurteilt werden müssen. Software- und Systemhäuser arbeiten im übrigen meist eng mit Leasing- Gesellschaften zusammen.


Instandhaltung

Aufgrund der inhaltlichen Beschlüsse der Leasingerlasse sowie der Regelungen im BGB §§ 535 ff. ist der Fuhrparkbetreiber als Leasingnehmer verpflichtet, das Leasingobjekt laufend in einem der vertraglich vereinbarten Nutzung entsprechenden technischen und optischen Zustand zu halten und die vorgeschriebenen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten durchführen zu lassen. Die hieraus entstehenden Kosten sind generell vom Leasingnehmer selbst zu tragen.


Investitionsentscheidung/Investitionsplanung

Leasing ist inzwischen ein allgemein anerkannter Bestandteil des betrieblich erforderlichen Finanzierungsmix. Unternehmen und Institutionen jeder Größe beziehen diese Gewährung von Sachkapital, insbesondere bei peripheren Investitionsgütern wie EDV-Anlagen, Büromaschinen, Kraftfahrzeuge, Förderanlagen und Kommunikationstechnik, in ihre Investitionsplanung ein, wobei die Finanzabteilung , seltener auch der Einkauf, für die Verhandlungen mit den Leasing-Gesellschaften federführend ist. Meist wird die Investitionsentscheidung an sich jedoch vor der Finanzierungsentscheidung getroffen und die Kaufverhandlungen werden vom späteren Leasing- Nehmer direkt mit dem Lieferanten geführt. Erst später tritt die Leasing-Gesellschaft in die getroffenen Vereinbarungen ein.


Investitionsrisiko

Leasing-Gesellschaften übernehmen als Investoren für die von ihnen angeschafften Leasing-Objekte bestimmte Investitions-, Amortisations- und Verwertungsrisiken (Amortisation). Bei ordnungsgemäßer Vertragserfüllung durch den Leasing-Nehmer, treten die beiden erst genannten Risiken in den Hintergrund. Die Verwertung der Leasing-Objekte dagegen bleibt eine wesentliche Aufgabe der Leasing-Unternehmen, wobei das Bonitätsrisiko (Eingang aller Leasing-Raten und ggf. des kalkulierten Restwertes) vom Leasing-Geber bzw. Forfaiteur getragen wird.


Kalkulatorische Laufzeit

Leasing-Verträge mit Kündigungsmöglichkeit werden i.d.R. auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und können non Leasing-Nehmer nur zu vertraglich festgelegten Zeitpunkten gekündigt werden. Der erste Kündigungstermin liegt frühestens bei 40 % der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Bei der Berechnung der Leasing-Raten wird von einer kalkulatorischen Laufzeit ausgegangen. Im Fall der Kündigung durch den Leasing-Nehmer vor Ablauf der kalkulatorischen Laufzeit, sind Abschlusszahlungen, die von vornherein vereinbart sind, zu leisten.


Kilometervertrag

Diese Vertragsform überträgt das Restwertrisiko auf den Leasinggeber. Als Kalkulationsbasis der Leasingraten dienen die vereinbarte feste Laufzeit sowie die Laufleistung. Zusätzlich gefahrene Kilometer werden am Ende der Laufzeit anhand eines vorher definierten Schlüssels berechnet – Minderkilometer auf dieselbe Weise vergütet.


Kilometer-Leasing-Vertrag

Dieser Vertragstyp hat sich im Fahrzeug-Leasing neben dem Standard-Vertrag: Teilamortisation entwickelt; er wird zunehmend angeboten. Aufgrund ihrer Vielfältigen Erfahrungen sind Leasing- Gesellschaften in der Lage, den Gebrauchtwagenmarkt zu überblicken und gängigen KFZ-Typen bei bestimmten Kilometerlaufleistungen entsprechende zukünftige Marktpreise zuzuweisen. Nach erreichen der vereinbarten Fahrleistung innerhalb eines Zeitrahmens gibt der Leasing-Nehmer das Fahrzeug zurück. Ist die Kilometergrenze zu diesem Zeitpunkt überschritten, muss der Leasing- Nehmer für jeden zuviel gefahrenen Kilometer eine im Vertrag – also im voraus – festgelegte Nachzahlung leisten; bei unter der vereinbarten Grenze liegenden Laufleistungen erhält der Leasing-Nehmer eine entsprechende Rückvergütung vom Leasing-Geber. Es ist üblich, eine geringfügige Kilometerzahl als Freigrenze (ohne Berechnung) zu vereinbaren.


Kommunal-Leasing (öffentliches Leasing)

Hierzu gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Bestimmungen; in einigen Ländern sind aufgrund der Haushaltsordnungen Leasing-Verträge nur mit Genehmigung der zuständigen Aufsichtsbehörde (Regierungspräsident, Fachministerium, Prüfungskommission usw.) zulässig. Als Ausgangspunkt der Genehmigungskriterien sieht das Sächsische Staatsministerium der Finanzen bzw. des Inneren zur kommunal- und haushaltsrechtlichen Beurteilung von Investorenvorhaben im kommunalen Bereich (KommInvestVwV) vor allem die Überschaubarkeit der finanzwirtschaftlichen Risiken. Es stellt deshalb fest, dass grundsätzlich das Mobilien-Leasing von der Genehmigungspflicht des § 44 Abs. 6 der Kommunalverfassung freigestellt ist, währenddessen jeder Kommunal- Immobilien-Leasing-Vertrag wegen des relativ hohen Investitions- und Kostenrisikos für die Kommune der Rechtsaufsichtsbehörde zur Genehmigung vorzulegen ist . Das wesentliche Merkmal des Kommunal-Leasing ist, das die öffentliche Hand (Bund, Länder, Städte, Gemeinden, aber auch deren Regiebetrieben) als Leasing-Nehmer auftritt. Die Alternative, öffentliche Investition über Leasing zu realisieren, gewinnt insbesondere aufgrund knapper Haushaltskassen weiter an Bedeutung. Der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit - verankert in allen Haushaltsgesetzen -, resultiert aus der Norm des Artikels 106 Abs.3 Nr. 2 GG. Jedoch bietet das Immobilien-Leasing für Vertragspartner ein erfahrenes Projektmanagement, wodurch zum Teil erhebliche Kostenvorteile und häufig kürzere Bauzeiten bei der Objekterstellung erreichbar sind. Diese Faktoren werden vor Vertragsabschluss vereinbart und finden ihren Niederschlag in den Leasingkonditionen. Es sind somit von vornherein sichere Kalkulationselemente für die Finanzbudgets (Verwaltungs-, bzw. Vermögenshaushalt) des laufenden wie der kommenden Jahre gegeben.


Kooperations-Abkommen

Zahlreiche Hersteller und Händler leasingfähiger Investitionsgüter schließen Kooperations-Abkommen mit Leasing-Gesellschaften für die individuelle Zusammenarbeit im Vertriebs-Leasing. Die Leasing- Unternehmen schulen und unterstützen die Vertriebsmitarbeiter des Kooperationspartners bis hin zu gemeinsamen Kundenbesuchen. Besonders gestaltete Leasing-Verträge und Leasing-Prospekte, die auf die jeweiligen Investitionsobjekte bzw. Hersteller/Händler abgestellt sind, sowie individuell für die Vertriebs-Leasing-Partner entwickelte Leasing- und Mietkonzeption werden von den Leasing- Gesellschaften ausgearbeitet und zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus ist es bei diesen Kooperationen durchaus üblich, dem Hersteller/Händler einen Bonus für die eingereichten Leasing- Verträge zu vergüten. Im Gegenzug wird mit dem Vertriebspartner in der Regel vereinbart, bei notleidend gewordenen Leasing-Engagements und bei der Verwertung von Altmaschinen den Leasing-Geber zu unterstützen.


Kreditwesengesetz (KWG)

Das KWG erwähnt erstmals in der fünften Novelle auch Leasing-Unternehmen (§ 1 Nr. 3). Sie werden dort als Finanzinstitute bezeichnet, ohne sie jedoch dem KWG zu unterwerfen. Leasing- Gesellschaften bei denen Kreditinstitute 40% oder mehr Gesellschafteranteile halten bzw. einen beherrschenden Einfluss ausüben, haben bestimmte Regelungen des KWG (u.a. Organ-, Großkredite) zu beachten. Die fünfte KWG-Novelle ist seit 01.01.1996 in Kraft. Von Leasing Gesellschaften ist z.B. zu beachten, dass gemäß § 18 KWG vom Kreditnehmer, dem Kredite im Wert von über EUR 125.000 gewährt werden, die Jahresabschlussunterlagen von Kreditinstituten angefordert werden können. Die entsprechenden Unterlagen sind bei dem finanzierenden Kreditinstitut in einem ?angemessenen? Zeitraum einzureichen. Die 6. KWG- Novelle wird bereits von den gesetzgebenden Gremien vorbereitet; insbesondere ist daran gedacht, Leasing-Gesellschaften als Finanzinstitute in die Meldepflicht der Landeszentralbanken bei Millionenkrediten einzubeziehen (§ 14 KWG), obwohl dies dem Charakter eines Investitions- und Vermietungsgeschäftes nicht entspricht. Laufzeit des Leasing-Vertrages Diese regelt sich nach den steuerlichen Vorschriften und der sinnvollen wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Leasing-Objektes. Die Laufzeit darf 40% der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer nach amtlicher linearer AfA nicht unter, und 90% nicht überschreiten (Leasing-Erlasse; Immobilien-Leasing). Dabei ist zu berücksichtigen, das Leasingverträge gemäß den Leasing-Erlassen während der Laufzeit nur in plausiblen Sonderfällen aufgelöst werden können. Hingegen wird die Laufzeit von mindestens 40% der betrieblichen Nutzungsdauer im Leasing-Erlass vom 23.12.1991, über die ertragssteuerliche Behandlung von Teilamortisations-Verträgen bei unbeweglichen Wirtschaftsgütern, nicht mehr erwähnt.


Kündigungsmöglichkeiten

Voll- und Teilamortisationsleasingverträge sind während der fest vereinbarten Laufzeit generell nicht kündbar. Hiervon ausgenommen ist die Kündigung aus wichtigem Grund, z.B. wenn der Leasingnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen oder sonstigen vertraglichen Obliegenheiten nicht nachkommt. Der Leasingnehmer hat selbst keine Kündigungsmöglichkeiten.


Kostenvergleich: Kauf versus Leasing

Ob Leasing günstiger ist als der klassische Kauf oder die konventionelle Finanzierung, kann grundsätzlich nur individuell, also unter Berücksichtigung der jeweiligen Prämissen des einzelnen Unternehmens, berechnet und beurteilt werden. Hierbei spielen insbesondere die kalkulatorische interne Verzinsung des bei der Eigen- bzw. Bankfinanzierung erforderlichen Eigenkapitalanteils, die Fremdkapitalzinsen sowie die Steuersituation und Abschreibungspraxis des Unternehmens eine Rolle. Im Regelfall sollte vor einer Entscheidung pro oder contra Leasing eine Vergleichsbetrachtung professionell durchgeführt werden.