Laufzeit des Leasingvertrages

Die Laufzeit eines erlasskonformen Leasingvertrages richtet sich nach den Vorschriften der amtlichen AFA-Tabellen, welche regelmäßig vom Bundesfinanzministerium veröffentlicht werden. Die Grundleasingzeit muss sich immer innerhalb eines Rahmens von 40 bis 90 Prozent der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer eines Leasinggegenstandes bewegen. Dies bedeutet bei z.B. Personenkraftfahrzeugen, die einer AFA von 72 Monaten unterliegen, dass eine Leasingvertragsdauer von 29 bis 65 Monaten möglich ist, sofern es sich nicht um Kilometer- Leasingverträge handelt. Ausnahmen bilden kündbare Leasing-Verträge Leasing-Erlass vom 22.12.1975. Die kalkulatorische Laufzeit dieser kündbaren Verträge kann nach oben hin frei vereinbart werden; allerdings setzen die beschriebenen Bonitätskriterien Grenzen.


Leasing

Der Begriff „Leasing“ beschreibt die zeitlich begrenzte Gebrauchsüberlassung von Wirtschaftsgütern, wie z.B. Automobilen, gegen Entgelt. Wichtig dabei ist, dass der Eigentumserwerb des Leasingobjekts durch den Leasingnehmer prinzipiell ausgeschlossen bleibt.


Leasingberechnungsgrundlage

Die Leasingberechnungsgrundlage ist der Listenpreis inklusive Werksextras abzüglich Rabatt abzüglich evtl. Zuschuss zuzüglich Händlerein-/-anbauten abzüglich einer etwaigen Leasingsonderzahlung.


Leasingfähigkeit

„Leasingfähig“ im Sinne des § 95 BGB nennt man alle Objekte, die als selbstständige Wirtschaftsgüter genutzt werden können, fungibel und drittverwendbar sind.


Leasingeber (LG)

Der Leasinggeber IVECO Finance ist Eigentümer des Objektes und nimmt die Abschreibung vor.


Leasinglaufzeit

Die Grundleasingzeit bei Mobilien-Leasing soll 40% der "betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer" des Objektes nicht unter- und darf 90% nicht überschreiten.


Leasingsonderzahlung

Reduziert die monatliche Leasing-Rate (schnellere Amortisation) und ist mit einer Mietvorauszahlung vergleichbar. Sie dient dem Leasinggeber auch als zusätzliche Sicherheit. Darunter versteht man eine Zahlung zu Beginn des Leasingvertrages, die aufgrund ihrer steuerlichen Vorteile besonders für Freiberufler interessant ist. Diese Leasingsonderzahlung wird von der Leasinggesellschaft häufig bei Unternehmensneugründungen oder nicht optimaler Bonität eines Unternehmens gefordert, um ein eventuelles Kreditrisiko zu vermeiden.


Leasingnehmer (LN)

Erwirbt das Nutzungsrecht am Objekt und zahlt monatliche Leasingraten an den Leasinggeber. Der gewerbliche LN kann die Leasingrate als sofort abzugsfähige Betriebsausgaben steuerlich berücksichtigen.


Leasing-Vertrag

Der BGH hat den Finanzierungs-Leasing-Vertrag – unter Berücksichtigung der leasingvertragstypischen Ausgestaltung als Dauerschuldverhältnis qualifiziert, die in erster Linie nach Mietrecht (§§ BGB 535) zu beurteilen sind (BGB-Urt. Vom 09.10.1985). Der Leasing-Vertrag sichert in der Gestaltung, Durchführung und Handhabung die Position des Leasing-Gebers als rechtlichen und wirtschaftlichen Eigentümer, damit die Leasing-Raten beim Leasing-Nehmer steuerlich als Betriebsausgabe abzugsfähig sind. Finanzbehörden prüfen, ob sich der Leasing-Geber während der Vertragsdauer hinsichtlich der Leasing-Erlasse und der Abgabeordnung § 39 als wirtschaftlicher Eigentümer qualifiziert hat; nur dann ist die steuerliche Zurechnung des Leasing-Objektes beim Leasing-Geber gewährleistet.


Leasing-Vertragsarten

1. Vollamortisations-Vertrag: Beim Vollamortisations-Vertrag deckt die Summe der Leasing- Raten während der Laufzeit sämtliche Anschaffungs- und Herstellungskosten und sonstige Aufwendungen des Leasing-Gebers, einschließlich der Finanzierungskosten und seinen kalkulierten Gewinnanteil. 
2. Teilamortisations-Vertrag: Beim Teilamortisations-Vertrag decken die während der Laufzeit zu leistenden Leasing-Raten nicht die gesamten Investitionskosten bzw. den Gewinn des Leasing- Gebers. Es wird bei Leasingbeginn ein bestimmter Restwert festgelegt, der am Ende des Leasing- Vertrages noch erbracht werden muss und dann letztlich zur Vollamortisation führt. 
3. Kilometer-Leasing-Vertrag 
4. Kündbarer Leasing-Vertrag bzw. Kündigungsmöglichkeiten 
5. Mietkauf


Leasingvertragsbedingungen

Jeder zwischen Leasingnehmer und Leasinggesellschaft geschlossene Vertrag basiert auf den Grundlagen der allgemeinen Leasingbedingungen. Sie definieren die Rechte und Pflichten der Vertragspartner und sollten den Bestimmungen des Gesetzes zur Regelung des Rechts der allgemeinen Geschäftsbedingungen entsprechen (AGB-Gesetz). Nachdem die Leasinggesellschaft bereits zu Beginn eines Leasingvertrages den größten Teil ihrer Leistung erbracht hat, der Leasingnehmer (hier: Fuhrparkbesitzer) dagegen noch über Jahre zu Geldleistungen verpflichtet ist, sind auch die Leasingbedingungen häufig in einer gewissen Einseitigkeit gehalten.


Lieferanten-Kredit

Diese Form der Kreditgewährung, meist mit kurzfristigem Zahlungsziel, stellt keine sinnvolle Alternative zum Leasing dar. Mittel- und langfristige Lieferanten-Kredite sind für den Lieferanten nur mit entsprechender Refinanzierung durch Banken umzusetzen, wobei der Lieferant seinen Kreditspielraum einengt und möglicherweise steuerlichen Nachteile im Bereich der Gewerbesteuer in Kauf nehmen muss. Schließlich bleibt der Lieferant auch im Kredit- und Vertragsobligo, das auch durch Kreditversicherung nur zu einem Teil abgesichert wird. Alternativen: Kooperationen mit Leasing- Gesellschaften und Absatzfinanzierungsbanken, welche dann als Finanziers oder Leasing-Geber im Innenverhältnis oder direkt gegenüber dem Kunden auftreten und die Prüfung und Abwicklung sowie das Kreditrisiko der Objektfinanzierung übernehmen.


Mehr-/Mindererlös-Aufteilung

Bei Teilamortisationsverträgen (auch Restwertvertrag genannt) trägt der Leasingnehmer (also z. B. der Fuhrparkbetreiber) das Restwertrisiko. Liegt der Verkaufserlös eines Kfzs am Ende der Laufzeit unter dem anfangs kalkulierten Restwert, hat der Leasingnehmer die Differenz zwischen errechnetem Restwert und Verkaufserlös der Leasinggesellschaft zu erstatten. Liegt der Verkaufserlös darüber, stehen dem ehemaligen Leasingnehmer 75% des Mehrerlöses zu. Die verbleibenden 25 % erhält er nach dem Abschluss eines neuen mindestens gleichwertigen Leasingvertrags.


Mehr-/Minderkilometerabrechnung

Bei den so genannten Kilometerverträgen (korrekt: Closed-end-Verträge) wird zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer innerhalb der vereinbarten Laufzeit eine Gesamtlaufleistung in Kilometern festgelegt. Bei Rückgabe des Kraftfahrzeuges findet eine Gegenüberstellung des realen Kilometerstands und der vereinbarten Kilometerleistung statt. Je nach Ergebnis werden im Vorfeld festgesetzte Euro-Anteile je Mehrkilometer nachgezahlt oder im Falle von Minderkilometern erstattet. Dabei bleiben in der Endabrechnung bis zu 2.500 Mehr- und Minderkilometer üblicherweise unberücksichtigt.


Mietkauf

Ein Mietkauf, also kein Leasing, wie häufig vermutet wird, besteht immer dann, wenn die Aktivierung eines Leasingobjektes (z.B. eines Pkws) im Anlagevermögen des Endverbrauchers sowie die Passivierung einer Kreditverbindlichkeit beim Leasingnehmer (Mietkäufer) erfolgt. Werden die erforderlichen Kriterien z.B. für „echtes“ Leasing gemäß den Vorschriften der Leasingerlasse nicht erfüllt, ist dies der Fall. Achtung: Nachdem es sich beim Mietkauf quasi um einen Ratenverkauf an den Mietkäufer handelt, wird die Mehrwertsteuer auf die gesamte Mietforderung berechnet und ist einschließlich Zinsen mit der ersten Rate zu bezahlen.


Mieterdarlehen (Immobilien-Leasing)

Erfolgt während der ersten Mietperiode die volle Amortisation der Gesamtinvestitionskosten, so ist ein Teil der Miete beim Mieter erfolgsneutral abzugrenzen und als Forderungsposition gegenüber dem Vermieter zu aktivieren. Dieser Aktivposten entspricht zum Ende der ersten Mietperiode dem Buchrestwert der Immobilie. Im Falle der Übernahme des Mietobjektes durch den Mieter wird das Mieterdarlehen mit dem Kaufpreis verrechnet, so das ein weiterer Liquiditätsabfluss für den Mieter entfällt.


Mobilien-Leasing

Dieser Begriff steht generell für das Leasen aller beweglichen Objekte. Dazu gehören Automobile, Computer, Maschinen, Schiffe etc. So grenzt sich das Mobilien-Leasing vom Immobilienleasing (Häuser, Supermärkte, Staudämme, Autobahnen) sowie dem Betriebsvorrichtungsleasing, einer Leasingmischform, ab.


Mobilitäts-Service

Einige Leasinggesellschaften bieten ihren Kunden einen Mobilitäts-Service zur Überbrückung von Lieferzeiten, Probezeiten neuer Mitarbeiter, Promotions, Veranstaltungen und allen anderen Fahrzeug-Engpässen.